Alpenüberquerung zu Fuß: über 6 Bergmassive durch 3 Länder | Reisecenter Neuenstadt

Alpenüberquerung zu Fuß

Über 6 Bergmassive, durch 3 Länder: Die Wanderung von der Zugspitze zum Gardasee übt auf Viele eine unglaubliche Faszination aus

Auch auf meiner Wunschliste stand die Alpenüberquerung ganz weit oben. Ich habe mich auf die sportliche Herausforderung gefreut und gut darauf vorbereitet. Habt auch ihr Lust auf diese einmalige Aktivreise, die euch zu Fuß entlang der Gletscher in den Stubaier und Ötztaler Alpen, durch das Südtiroler Schnalstal und über die Brenta-Dolomiten führt? Hier erzähle ich euch, wie unsere sechstägige Wanderung lief – und gerne mehr persönlich bei uns im Reisecenter Neuenstadt!

von Helge Wengenroth

Orgamann, Frontmann, A-Alpha, Motorradfahrer, FC Bayern-Fan seit 1974, liebt Weißbier und Weißwurst, Linsen mit Spätzle, süddeutsche Küche, schwäbischen Wein, Trollinger, Lemberg... und thailändisch-scharfes Essen, ganz vorne mit dabei wenn es ums Probieren von Neuem geht, immer Spaß haben, Menschen und Heimat sind ihm wichtig und gleichzeitig hält er es mit dem mauretanischen Sprichwort „Wer nicht reist, wird nicht den Wert der Menschen schätzen lernen“.

Was macht den Reiz aus, über die Alpen zu wandern?

Wenn der Reisecenter Neuenstadt eine Gruppenreise anbietet, die ich begleite, dann sind das grundsätzlich Reisen, auf die ich selbst große Lust habe. Und die Alpenüberquerung wollte ich schon eine ganze Weile unbedingt machen. Ich hatte Lust darauf, meinen inneren Schweinehund zu besiegen und einen Berggipfel nach dem anderen zu bezwingen. Dieses „Ich schaffe das!“ ging schon mit der Vorbereitung los: Ich wusste, dass die körperliche Anstrengung der Wanderung eine gute Grundfitness erfordert, die ich noch nicht hatte. Also habe ich in den Monaten davor konsequent trainiert. Während der Wanderung war ich dann trotzdem immer der Letzte – aber ich war auch der Stolzeste.

Die Alpenüberquerung steht offenbar bei einigen Menschen auf der Wunschliste. Nachdem wir unseren Kunden die Reisedaten vorgestellt hatten, kam schnell eine Gruppe zusammen. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kannten sich vorher schon, aber nicht alle. Wir hatten von Anfang an eine super Stimmung, die durchgängig gut geblieben ist, und die Anstrengung der Wanderung hat uns im Laufe der Tour zusammen geschweißt. Wenn es mal schwierig wurde, haben wir uns gegenseitig motiviert.

 Tag 1: Ankunft in Lermoos

Am Fuß der Zugspitze verbringen wir die Nacht vor unserem Tourstart. Beim Anblick der Berge steigt unsere Vorfreude noch ein bisschen höher. Wir lernen unseren Tiroler Wanderführer Walter Schramm kennen, den sympathischen „Mann mit dem Schlapphut“, und löchern ihn beim gemeinsamen Abendessen, was denn der erste Wandertag morgen bringen wird. 

Tag 2: Am Fuß der Zugspitze (7 Stunden Gehzeit von 860 auf 1500 m)

Am höchsten Berg Deutschlands beginnt unsere Alpenüberquerung: Die 2.962 m hohe Zugspitze befindet sich auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Wir fahren mit der Ehrwalder Almbahn ein Stück auf und landen in einer beeindruckenden Bergwelt. Was für ein Auftakt!

Zunächst geht es dann recht gemächlich los, denn wir wandern eine ganze Weile durch ein Hochtal, bis wir die Tillfußalm erreichen. Dort stärken wir uns mit Kaffee und Kuchen und einem Almdudler, denn jetzt steht uns unser erster Anstieg in die Memminger Kette bevor. Schon nach kurzer Zeit ist einigen von uns die Anstrengung ins Gesicht geschrieben – aber der phantastische Blick auf die Zugspitze bei herrlichem Sonnenschein motiviert uns total.

An diesem Tag habe ich gelernt, dass Wanderwege anhand ihrer technischen Beschaffenheit und Schwierigkeit eingestuft werden. Unsere heutige Etappe ist teilweise so unwegsam, dass wir froh sind, Wanderstöcke zum Abstützen dabei zu haben. An einigen Stellen müssen wir sogar „den Vierradantrieb“ auspacken und besonders steile Passagen rückwärts runter steigen. Ich habe heute außerdem gelernt, dass die Abstiege anstrengender sind als die Aufstiege. Am Abend habe ich Blasen an beiden kleinen Zehen, aber das zufriedene Gefühl, dass ich gut auf die Wanderung vorbereitet bin. 

Tag 3: Durch die Stubaier Gletscherwelt (6 Stunden Gehzeit von 500 auf 1.350m)

Das Wetter ist heute leider nicht besonders gut. Wir beschließen daher, uns nicht mit dem Aufstieg zu quälen und statt dessen mit der Seilbahn bis zur Bergstation am Stubaier Gletscher aufzufahren. Oben erwarten uns Eis und Schnee, kalter Wind bläst uns ins Gesicht und die Sonne versteckt sich hinter den Wolken. Wir sind zum Glück gut vorbereitet und tragen Winterjacken. Die Stimmung in unserer Gruppe ist trotzdem super gut, als wir, von Walter geführt, über den Gletscher los wandern. Er weiß, wo hier Gletscherspalten verlaufen, so dass wir uns sicher fühlen und uns auf das Naturschauspiel konzentrieren können.

Es ist eine tolle aber auch anspruchsvolle Etappe, die uns über Eis und Schnee und von der Eiszeit übrig gebliebene Geröllberge führt. Faszinierend finde ich auch, dass wir unterwegs keinem anderen Menschen begegnen – und das mitten in der Sommerferienzeit! Kaum bewegt man sich abseits der befestigten Wege, lässt man den Wandertourismus der Alpen hinter sich.

Wir essen in einer bewirtschafteten Hütte zu Mittag und freuen uns, dass das Wetter aufklart. So können wir bei deutlich besserer Sicht auf alten Schmugglerpfaden absteigen ins wildromantische Windachtal.

Die Nacht verbringen wir in Wend im Ötztal, einem sogenannten Bergsteigerdorf. Als solches dürfen sich in Österreich Ortschaften nennen, die eine überschaubare, ursprüngliche Größe haben – es darf auch nichts mehr dazu gebaut werden – sowie ein attraktives Wander- und Skiangebot. Mich begeistert die Ursprünglichkeit des Dorfes und als Reiseprofi freue ich mich über diesen nachhaltigen Tourismus.  

Tag 4: Im Reich des Ötzi (7,5 Stunden Gehzeit von 1.200 auf 1.350 m)

Wir starten heute sehr früh, denn wir haben einiges vor: Uns erwartet der Überstieg von den Nordalpen in die Südalpen und äußerst wechselhaftes Wetter. Walter hat uns darauf zum Glück vorbereitet, so dass wir von der Winterjacke bis zum T-Shirt bestens ausgerüstet sind.

Wir kommen heute unweit der Fundstelle des berühmten Ötzi vorbei, von dem man inzwischen weiß, dass er auf der italienischen Seite entdeckt wurde. Damals hatten ihn zunächst die Österreicher geborgen, weil sich der Fundort nicht so genau verorten ließ.

An der Wilhelm Busch Hütte genießen wir einen Millionen-Dollar-Blick über unzählige 3000er-Berge. Im Gegensatz dazu liegt die Similaun Hütte so sehr im Nebel, dass wir kaum etwas sehen. Ein Stück weit laufen wir auch heute wieder durch Schnee und als wir ins Schnalstal absteigen, geraten wir in heftigen Regen. Der Boden ist so rutschig, dass ich trotz aller Konzentration ausrutsche und stürze und den Rest der Etappe unter Schmerzen weiterlaufe. Die heutige Etappe fordert der ganzen Gruppe einiges ab, aber wir kämpfen uns durch – und machen trotzdem Späße.

Dann erreichen wir Naturns und die Sonne begrüßt uns. Willkommen in Italien, willkommen in Südtirol! An diesem Abend genießen wir das mit Abstand beste Essen unserer Wanderung. Eine tolle Belohnung nach der Anstrengung des Tages.

Mein Tipp: Wir haben im Kleinkunst Hotel in Naturns übernachtet, ein toll designtes Hotel mit einem sympathischen Besitzer, der allerlei Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert. Und die Küche ist, wie schon erwähnt, super gut. 

Tag 5: Entlang der Ortlergruppe ins Tal der Sonne (6 Stunden Gehzeit von 970 auf 1.150 m)

Auf sogenannten Forstwegen, die technisch sehr einfach zu gehen sind, beginnt unsere heutige Wanderetappe. Wir stellen jedoch schnell fest, dass der stetige Anstieg es in sich hat. Da muss man ganz schön Kondition mitbringen! Heute ist es außerdem ordentlich warm, die Sonne scheint den ganzen Tag und wir geraten alle tüchtig ins Schwitzen. Ich vergesse völlig den Schmerz von meinem Sturz gestern, so sehr muss ich bergauf kämpfen.

Wir wandern über den Pass am Rabijoch, begegnen zutraulichen, freilaufenden Eseln, genießen eine schöne Brotzeit auf der Haselgruber Hütte und steigen ins Val die Sole ab. Das Alpenpanorama ist an diesem Schönwettertag einfach traumhaft und über weite Strecken haben wir es fast für uns alleine.

Tag 6: Über die mächtigen Brenta-Dolomiten (6 Stunden Gehzeit von 450 auf 1.400m)

Ab heute sehen die Berge plötzlich anders aus als in den vergangenen Tagen: Wir haben die Dolomiten erreicht, die aus Kalkstein bestehen, und genießen staunend ein Alpenpanorama mit schroffen Gipfeln und imposanten Felsformationen. Wieder wandern wir unter einem blauen Himmel und genießen Sonnenschein pur.

Die Wege sind heute deutlich schmaler, technisch jedoch nicht schwierig zu gehen. Nur stellenweise wird es anspruchsvoll, wenn wir Steilhänge passieren und neben uns der Abgrund gähnt. An diesen Abschnitten sind jedoch immer Seile an den Felsen angebracht, an denen wir uns festhalten können. Höhenangst sollte man allerdings nicht haben... In den tieferen Höhenlagen wandern wir durch blühende Almwiesen und insgesamt merken wir, dass wir uns jetzt in den Südalpen befinden: Auf der italienischen Seite ist die Vegetation sehr viel vielseitiger. Eine reizvolle Wanderetappe!

Plötzlich sehen wir ein Schild, das uns darüber informiert, dass wir ein Bärengebiet durchqueren. Darauf wird genau erklärt, wie man sich richtig verhält. Ein mulmiges Gefühl habe ich deshalb aber nicht – ich freue mich, dass es in den Alpen wieder Bären gibt.

Heute sind wir bereits im Trentino und genießen wieder die ausgezeichnete Küche: In einem Hochtal kehren wir in ein sogenanntes „Refugium“ ein und stärken uns mit einer herzhaften Jauseplatte.

Tag 7: Durch das sonnige Trentino zum Gardasee (5,5 Stunden Gehzeit von 470 auf 500m)

Lasst die Wanderschuhe aus, hat uns Walter für die letzte Etappe empfohlen. Bequeme Sportschuhe reichen. Und er hat (natürlich) Recht behalten: Der Weg ist technisch einfach und wir laufen wieder durch herrlichen Sonnenschein. Es ist sogar so warm, dass wir einen Badestopp im Lago di Tenno einlegen. Das Wasser leuchtet türkisblau wie bei einem Gletschersee, die Temperatur ist aber angenehm erfrischend, nicht eisig.

Zum Abschluss legen wir heute nochmal einige Höhenmeter zurück: Wir steigen vom Lago di Tenno in ein schnuckeliges Bergdorf auf, dann wieder ein Stück weit ab, um am Castello di Arco zur Mittagspause zu rasten. Im Endspurt auf den Gardasee treibt Walter uns dann nochmal an. „Wenn ihr noch langsamer geht, dann falle ich um“, lauten seine geflügelten Worte. Wir müssen ein letztes Stück bergauf gehen, dann haben wir es geschafft: An einem sensationellen Aussichtspunkt etwa 200 Meter oberhalb des Gardasees und der Altstadt von Riva del Garda gratuliert uns Walter zur gelungenen Alpenüberquerung. Wir sind alle unglaublich gelöst und glücklich und halten den unvergesslichen Moment in einem Gruppenfoto fest.

Unser Zieleinlauf ist ebenso spektakulär wie der Auftakt unserer Alpenüberquerung: Wir fahren mit dem Panoramaaufzug (Bastione) runter an den Gardasee.

Habe ich euch jetzt Lust gemacht, diese einmalige Wanderung selbst zu unternehmen? Im Reisecenter Neuenstadt unterstützen wir euch gerne bei der Planung!

Impressionen von der Alpenüberquerung

von Helge Wengenroth

Orgamann, Frontmann, A-Alpha, Motorradfahrer, FC Bayern-Fan seit 1974, liebt Weißbier und Weißwurst, Linsen mit Spätzle, süddeutsche Küche, schwäbischen Wein, Trollinger, Lemberg... und thailändisch-scharfes Essen, ganz vorne mit dabei wenn es ums Probieren von Neuem geht, immer Spaß haben, Menschen und Heimat sind ihm wichtig und gleichzeitig hält er es mit dem mauretanischen Sprichwort „Wer nicht reist, wird nicht den Wert der Menschen schätzen lernen“.

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Montag – Freitag 9:00 – 18:00 Uhr, Samstag 9:00 – 12:30 Uhr

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