Alpenüberquerung zu Fuß: von Oberstdorf nach Meran wandern | Reisecenter Neuenstadt

Einmal im Leben die Alpen zu Fuß überqueren

Kommt mit auf eine Genusswanderung vom Kleinwalsertal nach Südtirol: Bericht einer Alpenüberquerung in fünf Tagen.

Für mich als begeisterte Wanderin war eine Alpenüberquerung schon länger ein Wunschgedanke, der im Juli 2022 Wirklichkeit wurde. Und zwar in der Genuss- und Komfort-Variante: Unser Übernachtungsgepäck wurde bequem für uns transportiert und wartete jeden Abend in einer gemütlichen Unterkunft auf uns. Oft gab es einen Wellnessbereich zur Entspannung nach dem Wandertag. Außerdem hatte unser erfahrener Guide Bernhard die Tagesetappen so geplant, dass genug Zeit blieb für Fotostopps, entspannte Vesperpausen und um das Bergpanorama zu genießen. Habe ich euch jetzt neugierig gemacht? Denkt auch ihr über eine Alpenüberquerung zu Fuß nach? Dann kommt hier mein Reisebericht über fünf Wandertage, in denen wir 65 Kilometer und viele Höhenmeter zurückgelegt haben.

von Tina Schomann

Gute-Laune-Mensch und Optimistin in allen Lebenslagen. Immer die nächste Reise in Planung. Las Vegas ist mein „das geht immer und muss immer wieder sein“-Reiseziel! Mein Dauerfernweh nach der weiten Welt bekomme ich hoffentlich nie wieder los. Naturliebhaberin und Tierfreundin. Liebevolle Tante und Draußen-Mensch. Nordamerika Fan... am liebsten mit dem Camper zu zweit irgendwo im Nirgendwo.

Der Auftakt: Treffen unserer Wandergruppe im Kleinwalsertal

Ich bin noch nie in einer Gruppe gewandert, aber meine Bedenken lösen sich bereits am ersten Abend in Luft auf, denn das Kennenlernen der anderen im Hotel in Mittelberg ist sehr herzlich. Alle sind, genau wie ich, ein bisschen aufgeregt, was uns wohl die nächsten Tage erwarten wird.

Mit unserem ASI Guide Bernhard spazieren wir zur Einstimmung gemeinsam vom Hotel zur Inneren Wiesalpe auf 1.300m. Hier gibt es erst einmal eine Runde Almdudler, Radler oder Skiwasser für alle. Und es stellt sich heraus, uns geht es allen gleich: Jeder hat Bedenken, dass einem die Kondition ausgeht oder der Erholungsfaktor zu kurz kommen könnte. Jeder geht hin und wieder wandern, aber eine mehrtägige Wanderreise hat noch niemand aus der Gruppe bisher gemacht. Die Harmonie ist sofort da. Und unser Guide Bernhard beruhigt uns: Das wird eine Genusswanderung! Wir sollen die Landschaft und die Erlebnisse genießen können, genug Zeit haben, um Erinnerungsbilder zu machen, und für leckere Jausen in Hütten mit Traumkulisse einzukehren. Na, das klingt doch prima! Unsere Motivation ist riesig und wir freuen uns auf den ersten Tag.

1. Wandertag: Kleinwalsertal - Bärgunttal– Hochtannbergpass

Unsere erste Etappe beginnt in Baad im Kleinwalsertal, wo wir auf alten Walserwegen durch das Bärgunttal zum Hochalppass (1.938m) wandern. Bei absolutem Kaiserwetter genießen wir den ersten Aufstieg und erreichen zum Mittag die Widderstein Hütte. Juhu, Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Kaspressknödel und mehr warten dort als Belohnung auf uns! Nach einer Pause steigen wir ab zum Hochtannbergpass (1.676m) und gehen von hier nach Warth. Ab Warth bringt uns der Bus nach Steeg im Lechtal, wo sich unsere Unterkunft befindet.

2. Wandertag: Hahntennjoch – Inntal

Heute werden wir zuerst mit dem Taxi zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung gebracht. Es ist der einzige Tag der Woche mit Regenrisiko, aber das tut unserer Stimmung keinen Abbruch! Gut gelaunt laufen wir auf schmalen Wegen, begleitet vom Wasserrauschen des Plötzigbachs, in ein Tal. Hier ist eine große Pferdeherde zuhause, auch einige Fohlen springen herum. Die Frauen in unserer Gruppe sind ganz im Glück. Am Ende des Tals begegnen uns dann auch noch drei freche Esel, die ein wenig auf Tuchfühlung mit dem einen oder anderen gehen.

Nach einem anstrengenden Aufstieg über die Wiese, während dem wir tatsächlich in einen Schauer geraten, erreichen wir die Anhalter Hütte. Dort ziehen wir unsere Jacken zum Trocknen aus und genießen ein super leckeres Mittagessen. Jetzt eine kleine Siesta… Aber nein, bevor wir zu müde werden, geht es weiter. Wir wollen ja gleich noch aufs Steinjöchle: mit 2.198m der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung – und unser erstes Gipfelkreuz. Auf dem felsigen Weg nach oben erspähen wir einige Steinböcke. Zwar ein ganzes Stück über uns, aber gut zu erkennen. Diese massigen Tiere, die sich doch so elegant über die Felsen bewegen, faszinieren mich. Das ist meine erste Begegnung mit ihnen in der freien Natur.

Ganz beschwingt laufe ich das letzte Stück zum Gipfelkreuz und auch das ist ja ein Highlight jeder Wanderung: Ganz oben auf dem Gipfel ankommen! Wir machen ein paar Erinnerungsbilder und genießen die Aussicht. Anschließend steigen wir zum Hahntennjoch ab, von wo aus wir zu unserer heutigen Unterkunft in Imst gefahren werden.

3. Wandertag: Stuibenfall – Ötztal

Nachdem wir in den letzten beiden Tagen jeweils um die 850 bis 950 Höhenmeter aufgestiegen sind, soll der heutige Tag ganz entspannt werden. Wir starten in Umhausen, wo uns der Weg zuerst zum 159 Meter hohen Stuibenfall führt. Das ist der größte Wasserfall Tirols und er ist wirklich beeindruckend.

Wir können dieses Naturschauspiel aus unzähligen Perspektiven betrachten, denn der Weg führt uns über mehrere Aussichtsplattformen, eine 80 Meter lange Hängebrücke und insgesamt 700 Stufen bis ganz nach oben an den Gipfel des tosenden Wasserspektakels. Je nachdem wie nah man sich heran traut, wird man schon ganz schön nass... Aber bei den warmen Temperaturen heute und nach dem doch recht anstrengenden Aufstieg ist das eine willkommene Erfrischung. Unsere Gruppe ist sich auch einig: Die angekündigte Entspannung ist angesichts der vielen Treppenstufen bisher ausgeblieben.

Die restliche Tagesetappe hält dann aber das Versprechen. Wir kehren im Leiter's Hoamatl ein und genießen eine leckere Stärkung bei grandiosem Ausblick von der Sonnenterrasse. Anschließend steigen wir ins Tal ab und erreichen eine kurze Busfahrt später unser Hotel in Sölden im hinteren Ötztal.

4. Wandertag: Timmelsjoch – Passeier

Heute heißt es auf nach Südtirol! Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus von Sölden in Richtung Timmelsjoch. Auf alten Schmugglerwegen steigen wir zum Timmelsjoch auf und genießen die herrliche Aussicht am Gipfelkreuz. Hier ist ganz schön viel los! Das liegt aber auch daran, dass ganz in der Nähe die Passstraße vorbei führt, auf die Urlauber in ihren Autos von Österreich nach Italien rollen. Wer legt da nicht gerne einen Stopp ein?

Vom Timmelsjoch aus steigen wir über ein Teilstück des bekannten E5 Fernwanderweges ins Tal hinab. Ich kann mich gar nicht sattsehen: grüne Almwiesen, schroffe Felsen, strahlend blauer Himmel und ein glasklarer Gebirgsbach. Wir genießen den Abstieg und können sogar ein Murmeltier am Hang beobachten.

Am Ende des Tals heißt es nochmals: Aufstieg. Zum Glück größtenteils im Schatten, denn auch die Sonne lässt uns spüren, dass wir die Grenze zu Italien überschritten haben. Wir freuen uns auf unsere wohlverdiente Pause, doch da versperrt ein Hindernis unseren Weg: Die Kuhherde war vor uns da und auf dem schmalen Weg ist nicht genügend Platz für uns alle. Kühe von allen Seiten…

Glücklicherweise ist unser Guide unerschrocken und führt uns gelassen weiter voran bis zur Oberen Gostalm. Hier dürfen wir uns eine lange Pause gönnen und die genießen wir! Ob herzhafte Schmankerl, Sahnetorte oder Cappuccino – auf dieser Alm findet jeder seine ganz eigene Belohnung. Anschließend haben wir noch einen kleinen Abstieg vor uns und werden, unten angelangt, mit einem Shuttle nach St. Martin in Passeier gebracht, zu unserem Hotel für heute Nacht.

5. Wandertag: Meraner Höhenweg – Meran

Ich bin gleichzeitig wehmütig und überglücklich. Heute starten wir in den letzten Wandertag. Nach dem Frühstück bringt uns ein Transfer vom Passeiertal hinauf zum Meraner Höhenweg. Unser Guide hat uns schon gestern Abend darauf vorbereitet, dass uns heute eine anstrengende Etappe im Wald erwartet.

Zuerst ist der Weg noch relativ eben und wir haben immer wieder tolle Ausblicke auf den Talkessel von Meran. Doch dann erwartet uns die letzte Herausforderung dieser Wanderreise: In steilen Serpentinen steigen wir auf schmalen, wurzelbewachsenen Wegen im Wald mehrere hundert Höhenmeter auf. Unsere Gruppe hat sich inzwischen jedoch perfekt eingelaufen und so ziehen wir es durch – jeder in seinem eigenen Tempo. Nicht trödeln, aber auch nicht hetzen.

Und dann haben wir es geschafft! Das Gasthaus Talbauer erwartet uns in Traumlage und auf der Aussichtsterrasse genießen wir unsere letzte gemeinsame Mittagspause mit grandiosem Panoramablick auf Meran. Für mich gibt es, ganz italienisch, einen Affogato (Espresso mit Vanilleeis) und dazu, ganz österreichisch, eine Käseplatte. Gerade beim Essen ist die Mischung aus beiden Ländern das, was das Besondere in Südtirol ausmacht.

Nach dem Essen geht es noch einen letzten kleinen Anstieg hinauf zur Bergstation der Seilbahn Hochmuth, von wo aus wir ins Dorf Tirol hinab schweben. Mit dem Bus fahren wir ein paar Minuten bis zu unserem Hotel in Meran.

Meran ist auch einen zweiten Städtetrip wert

Am Nachmittag kann sich jeder aus der Gruppe entspannen und die Tage in den Bergen für sich Revue passieren lassen. Die einen entspannen beim Stadtbummel, die anderen beim Mittagsschlaf. Ich entscheide mich für eine schattige Liege am Pool und einen Hugo auf Eis. Wie schon anfangs erwähnt, soll der Genuss auf unserer Reise ja nicht zu kurz kommen!

Für den Abend haben wir einen Tisch in einem italienischen Restaurant reserviert. Schon auf dem Weg dorthin fasse ich den Entschluss, dass ich Meran auf jeden Fall nochmals einen Besuch abstatten werde. Unser Hotel liegt direkt am Fluss Passer und wir schlendern am Ufer entlang durch die Stadt. Den letzten Tag der Wanderreise lässt unsere Gruppe bei einem guten Essen gemütlich und gesellig ausklingen. Heute Abend darf es ruhig ein bisschen später werden. Morgen erwartet uns nach dem Frühstück nur der Bus, der uns zurück nach Oberstdorf bringt.

Im Schein des Supermondes (tatsächlich!) spazieren wir schließlich durch die laue Sommernacht zurück zum Hotel. Klingt furchtbar kitschig - war aber tatsächlich so.

Vielen Dank an meine tolle Gruppe und an unseren ASI Guide Bernhard! Es haben alle super durchgehalten, die Stimmung war an jedem Tag wunderbar und wir haben uns gegenseitig motiviert.

Gemeinsam sind wir 65 km gewandert, insgesamt 4.270 Höhenmeter auf- und 3.505 Höhenmeter abgestiegen. Klasse Leistung!

Impressionen von der Alpenüberquerung zu Fuß

von Tina Schomann

Gute-Laune-Mensch und Optimistin in allen Lebenslagen. Immer die nächste Reise in Planung. Las Vegas ist mein „das geht immer und muss immer wieder sein“-Reiseziel! Mein Dauerfernweh nach der weiten Welt bekomme ich hoffentlich nie wieder los. Naturliebhaberin und Tierfreundin. Liebevolle Tante und Draußen-Mensch. Nordamerika Fan... am liebsten mit dem Camper zu zweit irgendwo im Nirgendwo.

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