Besuch bei den Beduinen in Ägypten

Besuch bei den Beduinen in Ägypten

Darf ich euch in die Wüste entführen? Auf einen aufregenden Ausflug, der mich von Hurghada aus zu den Beduinen geführt hat, auf ein Quadbike und ein Kamel, und der mit orientalischen Delikatessen bei Sonnenuntergang seinen Abschluss fand. 

Als Urlaubsexpertin unternehme ich regelmäßig Seminarreisen, damit ich euch mit Informationen aus erster Hand beraten kann. Gerade war ich in Ägypten, habe dort zahlreiche Hotels und einige Städte besichtigt und durfte auch ein echtes Highlight testen: Eine Quad- und Kamelsafari in der Wüste und ein Besuch in einem echten Beduinenzelt.

Die Wüste beginnt fast vor der Haustür

Unser Abenteuer beginnt direkt nach dem Frühstück: 

Ein Bus holt uns vom Arabella Azur ab und bringt uns in nur 30 Minuten zu den Beduinen. Man vergisst in so einer Hotelanlage ja schnell, dass die Wüste hier praktisch direkt vor der Haustüre beginnt… Während ich so vor mich hin träume und mich meiner Vorfreude auf den bevorstehenden Ausflug überlasse, sehe ich vor dem Busfenster auch schon die letzten Häuser Hurghadas vorüberziehen. Wir tauchen in eine karge Landschaft ein, die sich bis zum Horizont und ins schier Unendliche erstreckt. Die Wüste! Wie sieht das Leben der Beduinen wohl aus, frage ich mich, da sind wir auch schon angekommen.

Angekommen in einem orientalischen Märchen

Ich steige aus dem Bus und ich befinde mich in einer Szenerie aus den orientalischen Märchen 1001 Nacht. Unter einem strahlendblauen Himmel liegt hellgelb die Wüste – sandig, aber auch felsig. Hier und da wächst ein Grasbüschel. Vor einigen Dünen stehen die Zelte der Beduinen. Die  Landschaft ist rau und bietet dennoch einen wundervollen Anblick.

Zur Begrüßung werden wir in ein Zelt geführt und auf ein Glas Tee eingeladen. Während wir ihn langsam schlürfen, bekommen wir allerhand über das Leben der Beduinen erzählt. In einer Ecke des Zeltes backt eine Frau auf einer Steinplatte Brot. Es duftet herrlich. Doch sie ist so in ihr Handwerk vertieft, dass sie die Blicke der Touristen nicht zu bemerken scheint.

Welcher der beiden Brüder der bessere Tauchspot ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Der größere Bruder hat zwei spektakuläre Schiffswracks zu bieten. Zum einen die AIDA II, in der man sogar noch Kabinen besichtigen kann, sowie die Numidia.

Die kleinere der Brother Island hingegen protzt auf einer relativ überschaubaren Fläche mit knallbunt bewachsenen Steilwänden, prächtigen Korallen und obendrein vielerlei Meeresbewohnern. Es ist nicht außergewöhnlich, während eines Tauchgangs bei den Brother Islands Haien und anderen Großfischen zu begegnen.

Dieser Tauchspot liegt mitten im Roten Meer und wird deshalb nur während einer mehrtägigen Ausfahrt beziehungsweise auf Tauchsafaris angesteuert. Wenn ihr davon träumt, einmal die Brother Islands zu besuchen, finden wir für euch das passende Schiff!

Rasante Fahrt über Stock und Stein

Und dann geht es rauf auf die Quads! Wir bekommen noch Tücher, um uns vor dem Wüstenstaub zu schützen. Sonnenbrille auf und ab geht die Fahrt durch die Wüste von Ägypten. Unser Safariguide fährt uns voraus. Motoren dröhnen, das Fahrzeug unter mir vibriert. Keine Düne scheint zu steil, kein Hindernis zu groß, als dass ich es mit meinem Quad nicht überwinden könnte. Zwar fahren wir eigentlich unserem Guide hinterher, aber ab und zu verlässt man natürlich die Reihe, um sich und das Quad auszutesten.. Ein riesiger Spaß!

Allerdings wird meine Konzentration am Steuer immer wieder von der Faszination Wüste unterbrochen. 

Am liebsten würde ich alle paar Meter stehen bleiben und ein Foto schießen… doch das würde die gesamte Reisegruppe aufhalten und obendrein auch den Fahrspaß verringern. Welch ein Dilemma!

Die Zeit auf dem Quad geht viel zu schnell vorbei. Ich hätte noch Stunden durch die Wüste brettern können. In dieser endlosen Weite fühlt man sich so frei als würde einem die ganze Welt offen stehen. Vor und hinter mir, rechts und links, überall ist Sand. Die Wüste scheint mir zu zurufen: „Entdecke mich, durchquere mich, lass alles andere hinter dir!“ Wie es wohl sein mag, als Nomade sein Leben lang durch die Wüste zu ziehen?

Unsere Fahrt endet in dem Beduinendorf, in dem wir auch gestartet sind. Aber das Abenteuer ist noch nicht zu Ende! Denn nun wartet das traditionelle Verkehrsmittel der Nomaden auf uns: Kamele. Ich bin überrascht, wie groß diese Tiere sind. Und wacklig sieht das Ganze auch aus. Aber die Beduinen haben ihre Kamele gut im Griff, wie ein gut erzogener Hund hören sie aufs Wort. 

Eines der Tiere kniet sich vor mich in den Wüstensand, so dass ich bequem in den Sattel steigen kann. Das Kamel erhebt sich und das Geschaukel geht los. Ich war schon auf einigen Kreuzfahrten, doch so ein Trampeltier macht bedeutend mehr Wellen… Dennoch macht mir dieser Ritt eine Menge Spaß. Wie eine kleine Karawane zieht unsere Reisegruppe ihre Runde. Das Tempo ist so gemächlich, dass ich mich frage, wie lange die Beduinen wohl brauchen, um von Ort zu Ort zu ziehen. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, weil ich gerade erst von einem Quad gestiegen bin.

Die Schönheit der Wüste: ein Abendessen unter Sternen

Am Ende bin ich trotzdem froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Als krönenden Abschluss unseres Tages dürfen wir ein tolles Naturschauspiel beobachten: Die Sonne geht unter und die ersten Sterne sind schon am Himmelszelt zu erkennen. Hier in dieser riesigen Wüste, mit dem Universum über unseren Köpfen, fühlt man sich auf einmal klitzeklein. Es ist ein unglaubliches, ergreifendes Gefühl. Als wäre die Welt nur für diesen Moment erschaffen worden.

Als das letzte Licht des Tages hinter dem Horizont verschwunden ist, genießen wir gemeinsam ein Abendessen mit allerlei orientalischen Köstlichkeiten und reden über unseren Tag. Jeder wird eine ganz persönliche Lieblingserinnerung mit zurück nach Deutschland nehmen, doch in einem sind wir uns alle einig: Die Quad-Safari in der Wüste war ein unvergessliches Erlebnis.

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