Der Basar von Fethyie: entspanntes Feilschen an der türkischen Ägäis

Der Basar von Fethyie: entspanntes Feilschen an der türkischen Ägäis

Ein Besuch auf dem Basar gehört zu einem Urlaub in der Türkei unbedingt dazu! Zwischen all den Kleidern und Gewürzen, handgearbeiteten Ledersandalen und Dekoartikeln, zwischen all den Sachen, die kein Mensch braucht, und noch mehr Sachen, die man unbedingt haben möchte, wünscht man sich irgendwann nur noch, einen größeren Koffer zu haben… Toll ist auch, dass zu den – für Ungeübte hart erscheinenden – Verhandlungsgesprächen immer auch ein Glas warmer Tee gereicht wird. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie um alles in der Welt Sie denn auf Türkisch verhandeln sollen: Die Händler sprechen auch Deutsch, Englisch und Russisch! Ich hatte jedenfalls sehr viel Spaß auf den Basaren von Marmaris und Fethiye – und habe jetzt einen klaren Favoriten. 

Einmal im Jahr darf Jede*r aus dem Team des Reisecenter Neuenstadt seinen Koffer packen und sich auf Seminarreise begeben. Für mich war es im Juni 2018 das erste Mal soweit. Meine Seminarreise führte mich an die türkische Ägäisküste und damit ging für mich ein lang ersehnter Traum in Erfüllung: Eine Reise in die Türkei. 

Ich hatte viele Erwartungen und zu meiner Schande muss ich zugeben, auch ein paar unberechtigte Ängste, zum Beispiel, ob ich dort wohl zu Unrecht verhaftet werde und nie wieder zurück komme. Nach meiner Reise kann, nein MUSS ich sagen: Liebe Leute, besucht die Türkei! Dieses Land und seine Menschen werden euer Leben bereichern und euch Momente bescheren, die ihr niemals vergessen werdet. 

Auch ich bin mit einem Koffer voller Mitbringsel und vielen Erinnerungen zurück gekommen. Mein schönstes Shoppingerlebnis hatte ich auf Wo ich die gekauft und gesammelt habe? Unter anderem auf dem Basar in Fethiye. 

Warum mir der Basar in Fethiye am besten gefallen hat

Vor unserem Besuch in Fethiye hatte unsere Reisegeruppe bereits den Basar von Marmaris besucht. Das war eine tolle Erfahrung, keine Frage. Aber der Basar in Fethiye gefällt mir persönlich aber besser. Es ist kleiner, überschaubarer, ruhiger. Irgendwie ein bisschen verzaubert. Das liegt vielleicht daran, dass in Fethiye nicht alles so sehr auf Touristen ausgelegt ist. Dadurch habe ich meinen Besuch auf einem echten türkischen Basar als authentisch und einmalig erlebt.

Dabei hätte ich fast auf den Besuch verzichtet…

An jenem Tag sind wir schon seit morgens unterwegs und die Sonne brennt vom Himmel. Wir haben gerade unseren letzten Programmpunkt, die Besichtigung einer Yacht im Hafen von Fethiye,  abgehakt und noch eine Stunde zur freien Verfügung. Mir ist eigentlich nur noch danach, gemütlich einen Eistee zu schlürfen und mich im Schatten aufzuhalten. Unser Guide Mustafa aber legt mir ans Herz, unbedingt den Basar aufsuchen. “Tina”, sagte er, “du wirst es nicht bereuen, glaub mir.“ Mustafa hatte mich mit seinem Wissen und seiner Herzlichkeit schon während unserer Flussfahrt auf dem Dalyan Delta davon überzeugt, wie sehr er für seinen Beruf brennt. Ich glaube ihm also und schleppe mich trotz der Hitze auf den Basar.

Ausgerechnet auf dem Basar finde ich Ruhe und eine kühle Brise

Ich muss dafür zum Glück nur eine Straße überqueren und schon stehe ich vor dem Eingang. Ein überraschender Windstoß zieht mir kühl um die Beine, als wolle er mich sanft in das Treiben des Basars hineinziehen. Rankende Pflanzen sorgen für Schatten und eine angenehme Frische. Den ganzen Tag habe ich mich nach einer Abkühlung gesehnt. Dass ich sie ausgerechnet auf dem Basar finden würde, hätte ich nicht gedacht. Ich fühle mich als würde ich einen verwunschen Garten betreten und nicht etwa die Gänge eines Marktes.

Das erste was mir auffällt, als ich langsam über den Basar schlendere, ist die Beschaulichkeit und Ruhe. Ganz anders als auf dem Basar von Marmaris. Wobei mich natürlich auch hier die Verkäufer ansprechen und ihre Ware anpreisen. Aber alles wirkte etwas ursprünglicher – genau so wie ich mir einen Basar in der Türkei vorgestellt habe. Die Gässchen sind enger und verwinkelter, die Läden kleiner. Ich fühle mich wie in einem aufregenden Labyrinth. 

Als ich um eine Ecke biege, finde ich mich unvermittelt vor einem lang gesuchten Klischee wieder: einem türkischen Teppichhändler. Ich entdecke zwei Kolleginnen aus meiner Seminargruppe, die im Laden sitzen und Tee trinken. Der Verkäufer ist also schon in Phase zwei des Verkaufsgespräch angekommen. Bald hat er es womöglich geschafft, einen oder gar zwei Teppiche an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Denn nach dem gemeinsamen Teetrinken fällt es den Touristen oft schwer, den Absprung zu schaffen. Und schon befindet man sich in Phase drei: der Preisverhandlung. Und die kann ganz schön hart werden, wie ich in Marmaris gelernt habe…

Neugierig werfe ich einen Blick in den Laden und sehe farbenfrohe Stoffe, Kissen in allen möglichen Ausführungen und Teppiche, die bis unter die Decke gestapelt sind. Bevor jedoch auch ich in ein Gespräch verwickelt werden kann, schlendere ich weiter. Einen Teppich könnte ich beim besten Willen nicht in meinem Koffer unterbringen…

Hinter der nächsten Ecke entdecke ich einen Laden, der bunt-schillernde Lampen in allen erdenklichen Formen und Farben des Regenbogens verkauft: Hängelampen, Stehlampen, Windlichter, … Wie gerne würde ich eine kaufen, aber der Platz im Koffer ist begrenzt und ich habe mir auf dem Basar im TUI Magic Life schon ein kleines Windlicht gegönnt.

Ich schlendere weiter und gelange an einen kleinen Teich, auf dem Enten schwimmen. Ein paar Küken sind sogar auf dem Basar unterwegs. Niedlich! Der Klang orientalischer Musik dringt an mein Ohr. Direkt neben dem Teich liegt ein kleines Restaurant, der perfekte Ort, um im kühlen Halbschatten meinen Eistee zu trinken. Beim Blick auf die Uhr stelle ich jedoch fest, dass ich bereits zurück muss zum Bus. Ich lasse mir vom Restaurantbesitzer noch eine Visitenkarten geben, denn eines weiß ich nach meiner Zeit in der Türkei sicher: Ich komme wieder!

Auf dem Weg zum Bus komme ich noch an einem  kleinen Laden vorbei, der mit Schnitzereien verzierte Pfeifen verkauft. Ich spaziere durch eine Gasse und habe offenbar die kulinarische Ecke des Basars erreicht. Die Restaurants und Cafés wirken cool, hip und ein wenig alternativ. In den Abendstunden ist hier bestimmt tolle Stimmung. Und schon habe ich einen weiteren Punkt auf meiner To-Do-Liste wenn ich das nächste Mal an die türkische Riviera reise: Cocktails auf dem Basar in Fethyie trinken!

Natürlich hatte Mustafa Recht: Ich habe meinen Spaziergang durch die Gassen des Basars in Fethiye genossen. Hier habe ich ein Stück Türkei gefunden, nach dem ich gesucht hatte.

Mein Tipp: Wenn Sie in der Gegend um Fethiye unterwegs sind, sollten Sie neben dem Basar unbedingt auch die Blaue Lagune in Ölüdeniz besuchen. Ein einmaliger Anblick. Besonders Mutige können sogar einen Paragliding–Sprung in die Bucht wagen. Auch das steht auf meiner persönlichen To-Do-Liste fürs nächste Mal…

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