Ausflug zum Kennedy Space Center, Florida

Ausflug zum Kennedy Space Center, Florida

Eine kleine Fahrt für mich, aber ein großer Spaß für die ganze Familie: Das ist mein Fazit, nach einem Tagesausflug auf der Harley Davidson in diesen phantastischen Raumfahrt-Themenpark.

Im März 2017 erfüllte ich mir einen lang gehegten Wunsch und besuchte die Daytona Beach Bike Week. Eine Woche lang standen die schönsten Custombikes, also umgebaute Motorräder, und noch schönere Motorradtouren auf dem Programm. Eine dieser Touren führte unsere kleine Reisegruppe in das Kennedy Space Center der NASA. Es befindet sich an einem Ort, von dem vermutlich jeder schon einmal gehört hat: Cape Canaveral. 

Are your ready for take off?

Nach dem obligatorischen Frühstück in unserem Lieblings-Diner Cracked Egg starten wir unsere Maschinen und fahren rund 100 Kilometer in Richtung Norden. Die Strecke entlang der Ostküste Floridas ist einfach herrlich und ich fühle mich vollkommen frei, während ich, den Sound meiner Harley im Ohr, über den Highway rolle. 

Nach einer Stunde, die wie im Flug vergangen ist, stehen wir nun vor den Toren des Kennedy Space Center. Nach den ersten Schritten über das Gelände ist mir klar: Wir sind nicht in einem Museum gelandet, sondern in einem Raumfahrt-Themenpark der NASA. Hier gibt es so viel zu sehen, dass ich gar nicht weiß, womit ich anfangen soll. 

Also gehen wir erstmal an Bord: Die „Kennedy Space Center Bus Tour“ verschafft uns einen super Überblick, denn während der 45-minütigen Fahrt werden verschiedene geschichtsträchtige Orte des Weltraumbahnhofs angesteuert. Bis in das Jahr 2011 starteten alle bemannten Raummissionen der NASA in Cape Canaverel. Auch die Apollo 11 Mission begann hier und ging am 21.07.1969 in die Geschichte der Menschheit ein, denn sie brachte Neil Armstrong als ersten Menschen auf den Mond.

„Neuenstadt, wir haben kein Problem.“

Ich selbst oder auch unsere Kunden im Reisecenter Neuenstadt können zwar (noch) nicht in die unendlichen Weiten des Kosmos aufbrechen, aber wir können in der „Ground Control“ Platz nehmen und virtuell den Start einer Apollo-Mission miterleben. Jetzt sitze ich also vor einem großen Kommandopult mit vielen leuchtenden Anzeigen und Knöpfen darauf, wie man es schon in Hollywoodfilmen gesehen hat. Alles blinkt und piept. Selbstverständlich ist der Start nur simuliert, aber das Szenario ist so real, dass ich trotzdem ziemlich kribbelig bin und um die imaginäre Rakete und ihre Besatzung bange. Dem besorgten Leser sei hier gesagt: „Neuenstadt, wir haben kein Problem.“

Zur Geschichte der Apollo Missionen gehört auch die Entwicklung der Saturn V Raketen. Als ich zu Beginn unserer Tour über das Areal des Kennedy Space Center in den Feuerbunker einer der Startrampen blickte, wurde mir die enorme Schubkraft einer solchen Rakete bewusst. Nun stehe ich vor einer der letzten drei verbleibenden Saturn V Raketen und der Anblick verschlägt mit schier den Atem. Die Ausmaße des Antriebs sind gigantisch.

Mein Respekt gilt den Technikern und Ingenieuren, die hinter diesen Raketen stecken und die man so oft vergisst. Jeder kennt die berühmten Worte Neil Armstrongs, als er seinen Fuß auf den Mond setzte: „Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ Vermutlich bin ich daher so ergriffen, als ich durch die Ausstellung „Mission Control“ laufe,  denn sie zeigt eindrucksvoll, welche Menschen den ersten Schritt und viele weitere auf dem Mond überhaupt erst ermöglichten. 

Man fühlt ihn ganz deutlich: Den Traum von den unendlichen Weiten des Weltalls.

Im „Raketengarten“ kann man weitere Raketen bewundern. Doch keine davon ist so gigantisch wie die Saturn V Rakete, und keine kann mich so sehr beeindrucken, wie das Space Shuttle Atlantis.

Die Ausstiegsluke der “Atlantis” ist geöffnet und zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mit eigenen Augen sehen, was sich im Inneren eines Raumschiffs befindet. An der Außenhülle sind Spuren der Reise durch den Kosmos zu erkennen. Man kann ihn zwar nicht sehen, aber man fühlt ihn ganz deutlich: Den Traum von den unendlichen Weiten des Weltalls, den eine ganze Nation gemeinsam geträumt hat und der sich für die gesamte Menschheit erfüllt hat.

Der Park schließt relativ früh und die Zeit reicht leider nicht aus, um alles in Ruhe anzuschauen. Mein Tipp: Lasst euch das Space Center auf keinen Fall entgehen, aber plant euren Besuch vorab. Entscheidet, was ihr euch anschauen möchtet, und verzichtet bewusst auf die eine oder andere Attraktion. 

Als wir wieder zurückfahren, wünsche ich mir ganz kurz den Antrieb der Saturn V Rakete für meine Street Glide. Andererseits soll mich das Motorrad ja nicht auf den Mond befördern, sondern nur zurück nach Daytona Beach.

Weiterlesen

  • Born to be wild: Dröhnende Motoren, schöne Custombikes und noch schönere Frauen – Helges Woche auf der Daytona Beach Bike Week.
  • “The Loop” ist eine der legendärsten Motorradrouten der Welt. Warum jeder, der seine Zeit gerne mit Fahrtwind im Gesicht auf der Straße verbringt, die legendäre Motorradroute “The Loop” ein Mal im Leben fahren sollte, verrät euch Helge in seinem Blog.