„Wind of Change“

Interview im Neuenstadter Ortsbote Ausgabe 5/2018

„Wind of Change“

Telefonläuten, das Tippen auf  Tastaturen und Beratungsgespräche. Trotz eines vollen Postfachs und den Umzugsvorbereitungen herrscht im Reisecenter Neuenstadt gute Stimmung. Manch einer würde sich gestresst fühlen, doch Inhaber Helge Wengenroth wirkt entspannt und nimmt sich die Zeit für ein Interview. Kurz vor einer der größten Veränderungen, die dem Team vom Reisecenter Neuenstadt bevor steht, spricht er über Vergangenheit, Gegenwart und wagt einen Blick in die Zukunft.

Ortsbote: Getreu eurem Motto „Hier Zuhause – in der Welt daheim“ kommst du viel herum und bist doch fest in Neuenstadt verwurzelt. Was ist dein Lieblingsplatz in Neuenstadt?

Helge Wengenroth: Einer der schönsten Orte in Neuenstadt ist für mich definitiv die neu gestalte Hauptstraße. Mit dem Marktplatz und dem Lindenplatz verbinde ich viele schöne Momente aus meiner Kindheit und Jugend. Momente, die mich prägten und zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin. Mein Zuhause im Neuenstadter Daistler liebe ich natürlich auch. Dieses Wohngebiet wird seinem Ruf nicht gerecht.

Welchen Ruf meinst du?

„Da oben zieht es“, heißt es immer, wenn vom Daistler die Rede ist. Angeblich gibt es hier immer Wind. Für mich ist Wind etwas Positives. Abgesehen von frischer Luft bringt Wind auch immer neue, frische Ideen und Veränderung.

Dieser Wind bringt bald auch Veränderung in das Reisecenter Neuenstadt. Euer Team bezieht die neuen Räumlichkeiten am Lindenplatz. Auf was können sich eure Kunden freuen?

Seit meinem ersten Lebensjahr bin ich ein Teil von Neuenstadt und Neuenstadt ein Teil von mir. Mit dem neuen Reisecenter Neuenstadt am Lindenplatz geht ein großer Traum in Erfüllung: Ein Reisebüroganz nach meiner Vorstellung! Nach der 18-monatigen Bauphase sind wir in Aufbruchstimmung und freuen uns darauf auf 250 Quadratmeter wirken zu können. Am 21.06. und 22.06.2018 werden wir den kompletten Umzug stemmen. Hinter mir steht ein klasse Team und alle helfen mit. Daher ist das Reisecenter Neuenstadt an diesen Tagen auch geschlossen.

Ab dem 23.06.2018 können sich unsere Kunden selbst davon überzeugen, was wir gemeinsam geleistet haben. Schon beim Betreten unserer Räumlichkeiten kommt Urlaubsstimmung auf. Mit Fliesentheken in der Farbe des Meeres und Naturmaterialien wie Holz und Moos hat es die Designerin Sylvia Gerasch geschafft, eine große Portion Urlaubsatmosphäre in unsere Büroräume zu transportieren. Der absolute Hingucker wird die Videowall. Auf einer riesigen Fläche können wir Urlaubsbilder und Videos abspielen und unsere Kunden auf digitale Reise zu den schönsten Orten der Welt schicken.

 Wer selbst mal Teil eines solches Projekts war, weiß wie viel Menschen für den Erfolg an einem Strang ziehen müssen. Es ist also an der Zeit allen Beteiligten von Herzen „Danke“ zu sagen.

In deinen zwanzig Jahren in der Reisebranche muss sich auch dort vieles verändert haben?

Wie überall herrscht auch in der Reisebranche eine hohe Entwicklungsgeschwindigkeit. Unser Reisecenter Neuenstadt befindet sich auf der Überholspur. Schon heute denken wir an die Kunden von morgen, die sogenannten „digital natives“. Wir bespielen regelmäßig die Social Media Kanäle wie Facebook und Instagram, die anderen werden folgen. Im Gegensatz zu den Arbeiten am Lindenplatz werden die Arbeiten an unserer Homepage nicht enden. Im Moment entwickeln wir unseren eigenen Reisecenter Blog. Bald kommt dann die Reisecenter App. Anderen mag das Wort „Digitalisierung“ Angst machen, wir   haben das große Potential für uns entdeckt und ich freue mich auf eine spannende Zukunft.

Du kommst ja ganz schön ins Schwärmen. Wird dir tatsächlich nichts aus der „guten alten Zeit“ fehlen?

Doch, Zeit (lacht).

Das soll heißen?

Die Uhren liefen langsamer. Heute ist alles schnelllebiger geworden. Diesem Umstand sollte man sich anpassen. Wir vom Reisecenter Neuenstadt sind da ziemlich gut aufgestellt. Ich lege großen Wert auf einen sozialen und respektvollen Umgang im Team. Probleme werden offen und ehrlich angesprochen und das Lob fällt nicht unter den Tisch. Nur als Team, das sich gegenseitig den Rücken stärkt und unter die Arme greift, kann man den Stress aus dem heutigen und zukünftigen Arbeitsalltag fernhalten. 

Natürlich war vor zwanzig Jahren auch nicht alles gut. Was vermisst du nicht?

Die Papierberge. Ich bin froh, dass wir beinahe die gesamte Kommunikation per E-Mail abwickeln. Außerdem hat die Preisermittlung mit Katalog und dazugehörigem Preisteil Zeit und Nerven gekostet. Heute können wir die gewünschte Reise einfach in unserer Datenbank eintippen. Mit einem Klick vergleichen wir die Preise sämtlicher Reiseveranstalter. Das erspart uns eine Menge Zeit, die wir in die persönliche Beratung der Kunden investieren. Passende Angebote speichern wir unter einem Link und versenden ihn per E-Mail oder WhatsApp. Unsere Kunden können sich so von Zuhause aus entscheiden, welches Angebot ihren Wünschen am meisten entspricht. Geschieht dies außerhalb der Geschäftszeiten, kann man die gewünschte Reise auf unserer Reisecenter Neuenstadt Homepage direkt online buchen.

Online buchen bedeutet bei uns allerdings nicht, dass unsere Kunden in der Anonymität des „World Wide Webs“ untergehen. Wir sind weiterhin für unsere Kunden da. Es ist unser Anspruch die Arbeit im Reisebüro mit den Möglichkeiten der Onlinewelt und der Digitalisierung zu verbinden, und nicht sie zu ersetzen. Seit über zwanzig Jahren steht bei uns der Mensch im Mittelpunkt. Das soll auch so bleiben – trotz Digitalisierung.

Du hast zuvor eine Ausbildung zum Bau- und Stahlbauschlosser absolviert, wie bist du dann auf die Arbeit im Reisebüro gekommen? Was hat dich damals zu diesem Entschluss bewogen?

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Schon vor meinem Einstieg in die Reisebranche war ich leidenschaftlich gerne unterwegs. Die Welt zu bereisen ist wie in einem Buch zu lesen. Eine Seite ist noch lange nicht die ganze Geschichte. Globalisierung und Digitalisierung lassen die Welt kleiner werden. Da ist es wichtig andere Kulturen kennen zu lernen, um sie besser zu verstehen.

Nach meiner Umschulung zum Industriekaufmann kamen einige Neuenstädter mit dem Vorschlag auf mich zu, ich solle das Reisebüro bei der Schreinerei Otto Retter übernehmen. Gesagt – getan! Neuenstadt begleitet mich also schon seit meinem ersten Schritt in der Reisebranche. Besonders stolz bin ich, dass Simone Hoffmann – früher Simone Spahn – seit dem ersten Tag Teil unseres Teams ist. Beständigkeit ist etwas, das in dieser schnelllebigen Zeit immer mehr abhanden kommt. Umso schöner, dass man sich auf so tolle Menschen wie Simone verlassen kann.

Du hast schon viel von der Welt gesehen. Gibt es einen Ort, den jeder mal besuchen sollte?

Die Welt ist wunderschön und es gibt unzählige Orte, die man meiner Meinung nach gesehen haben sollte. Alle aufzuzählen sprengt den Rahmen unseres Interviews, dann hätten wir zum Schluss einen Reiseführer. Was ich aber jedem nur empfehlen kann: Reist mit all euren Sinnen.

Wir haben einen Blick in die Vergangenheit geworfen und die Gegenwart betrachtet. Was bringt der „Wind der Veränderung“ für das Reisecenter Neuenstadt?

Das Zauberwort lautet mal wieder: „Digitalisierung“. Auch ohne Glaskugel weiß ich, dass eine spannende Zeit auf uns wartet. Ich bin froh, dass mein Team und ich so gut aufgestellt sind und optimistisch in die Zukunft blicken können. Wir sind zum Beispiel schon seit einigen Jahren ein papierloses Reisebüro. Die Digitalisierung hilft uns die Welt nachhaltiger zu gestalten. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen, denn auch die kommenden Generationen sollen staunen, wenn sie die Welt entdecken.

Nach unserem Gespräch sind wir uns sicher: Helge Wengenroth und sein Team vom Reisecenter Neuenstadt sorgen weiterhin für frischen Wind in Neuenstadt und in der Reisebranche.